Die Landesregierung streckt das milliardenschwere Hochschulbauprogramm HEUREKA von ursprünglich fünf auf zehn Jahre (bis 2036). Dies geschieht, obwohl CDU und SPD im Koalitionsvertrag noch versprochen hatten, die Mittel zum Ausbau von Hochschulen „spürbar erhöhen“ zu wollen. Die Liberale Hochschulgruppe Hessen (LHG Hessen) kritisiert diesen Kurswechsel: Da die ursprünglich bis 2031 vorgesehenen 1,7 Milliarden Euro nun über einen fünf Jahre längeren Zeitraum gestreckt werden, steht pro Jahr faktisch deutlich weniger Geld zur Verfügung. Dies trifft dringend benötigte Sanierungen und Neubauten an hessischen Hochschulen, besonders hierbei an der Hochschule Rhein-Main, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie der Universität Marburg, wo bereits eine Hörsaal-Decke eingestürzt ist.

Ankündigungen im Koalitionsvertrag bringen den Hochschulen und Studierenden wenig, benötigt werden funktionierende und moderne Lehrgebäude. Eine solche Streckung untergräbt ebenso das Vertrauen in die Hochschulpolitik und Bildung in Deutschland. Dass die Landesregierung zur Haushaltskonsolidierung zudem zuvor bereits 474,5 Millionen Euro aus den Rücklagen der Hochschulen abgezogen hat, verschärft die finanzielle Lage der Hochschulen zusätzlich. Investitionen in die Bildungsinfrastruktur dürfen nicht die erste Verschiebemasse eines angespannten Landeshaushalts sein.

Die LHG Hessen fordert einen verbindlichen, überprüfbaren Zeitplan für alle bereits zugesagten Bauprojekte sowie echte Transparenz darüber, welche Vorhaben durch diese Streckung konkret verzögert werden. Zum Ermöglichen eines Studiums gehört es ebenso dazu, dass entsprechende Gebäude zur Verfügung gestellt werden.

Die von Schwarz-Rot verkaufte „Streckung“ ist in Wahrheit eine Kürzung von Mitteln auf Kosten der Studierenden, welche bereits durch die Politik der hessischen Landesregierung massiv beeinträchtigt werden.